Trotz Kaderkrise: 2. Damen starten mit Kantersieg in die Saison
Die 2. Damen des BBC Black Bulls Osnabrück sind mit einem deutlichen 96:69-Auswärtserfolg bei BTS Neustadt in die neue Saison gestartet. Der Sieg kam allerdings unter erschwerten Vorzeichen zustande: Aufgrund eines vorangegangenen Spiels in der Halle verzögerte sich der Anpfiff um rund 15 Minuten, und Trainer Radion Gross musste mit nur acht einsatzfähigen Spielerinnen antreten – zahlreiche Verletzungen und Krankheitsfälle hatten den Kader zuvor spürbar dezimiert.
Der Start geriet entsprechend holprig. Neustadt legte vor und ging mit 11:3 in Führung, ehe die Gäste ihr Spiel über konzentrierte Verteidigungsarbeit und geduldigen Aufbau stabilisierten. Am Ende des ersten Viertels stand mit 20:17 bereits die Wende zugunsten der Osnabrückerinnen zu Buche – ein früher Rückstand, der sich als Weckruf erwies.
Im zweiten Abschnitt setzte sich Ann-Sophie Ossowski in Szene und war maßgeblich am 26:13-Viertelgewinn beteiligt, der die Gäste mit komfortablem Polster in die Kabine schickte. Diese Linie bestätigte das Team im dritten Viertel eindrucksvoll: Mit 35:21 erzielten die Black Bulls ihren stärksten Abschnitt der Partie und bauten die Führung weiter aus. Erst im Schlussviertel, als die Vorentscheidung längst gefallen war, zeigte Neustadt noch einmal Zugriff und gewann den letzten Durchgang mit 18:15 – ein Umstand, der angesichts der dünnen Osnabrücker Rotation und der bereits sicheren Führung wenig überraschte.
Statistisch untermauerten die Black Bulls ihren Auftritt mit einer starken Freiwurfquote von 85 Prozent (23/27) sowie neun verwandelten Dreiern. Beste Werferin war Ann-Sophie Ossowski mit 24 Punkten bei 100 % von der Freiwurflinie, dicht gefolgt von Gesa Temme-Winter (20 Punkte) und Jana Hoof (18 Punkte). Aregnaz Manukyan steuerte 15 Zähler bei.
Besondere Erwähnung verdient dabei Jana Hoof: Die U18-Spielerin erhielt eine klar definierte Rolle im Team und nutzte die Gelegenheit, um selbstbewusst aufzutreten und Entscheidungen mit sichtlicher Sicherheit selbst zu treffen – ein Auftritt, der für ihre weitere Entwicklung im Erwachsenenbereich der 2. Damen ein wichtiges Signal setzt.
Trainer Radion Gross zog nach der Partie ein zufriedenes, aber differenziertes Fazit: „Nach einem holprigen Start am Sonntagnachmittag mit einem dezimierten Kader bin ich mit jeder Leistung der acht Spielerinnen zufrieden, insbesondere danach, einen 11:3-Rückstand aufzuholen und durch aufbauende Konzentration eine komfortable Führung zu erlangen – das ist nicht selbstverständlich. Großen Respekt an Neustadt, die besonders im ersten und letzten Viertel körperlich härter und intensiver dagegengehalten haben. Nun heißt es, sich auf die Trainingswoche vorzubereiten.“
Ein Auftaktsieg mit Signalwirkung – erzielt trotz erschwerter äußerer Umstände, mit einer jungen Spielerin, die sich empfiehlt, und einem Team, das seine Widerstandsfähigkeit früh unter Beweis stellen musste.
Es spielten: Ann-Sophie Ossowski (24/2), Gesa Temme-Winter (20/2), Jana Hoof (18/2), Aregnaz Manukyan (15/2), Patricia Harmening (9/1), Tabea Bonin (6/0), Lisa Hehmann (4/0), Lina Darboven
REGIONAL. GEMEINSAM. PUNKTEN.
