1. Herren: Black Bulls entführen Last-Minute-Sieg aus Jever

Dramatischer 71:67-Erfolg gegen SG Cleverns-Sandel

Die 1. Herrenmannschaft des BBC Osnabrück feierte am vergangenen Wochenende nach einer hochemotionalen Begegnung ihren zweiten Saisonsieg in der Bezirksoberliga Weser-Ems. In einem dramatischen Spiel retteten die Black Bulls nach einer schwachen Leistung in den ersten drei Vierteln der Partie im letzten Spielabschnitt einen wichtigen Auswärtserfolg, der zuvor über weite Strecken der Begegnung nicht zu erahnen gewesen war.

Von Beginn an hatte das Aufeinandertreffen mit dem SG Cleverns-Sandel nicht den Verlauf genommen, den Coach Ingo Twiehaus und seine Spieler sich von der Auswärtsfahrt nach Jever erhofft hatten. Die ostfriesischen Gastgeber starteten unterstützt durch ein lautstarkes Publikum hochmotiviert und kampfstark in das Match mit ihren Gästen. Individuelle Schwächen der SG Cleverns-Sandel, die die Osnabrücker hatten ausnutzen wollen, wurden durch den Kampfgeist der Heimmannschaft ausgeglichen und traten in der Folge kaum zu Tage.  Die Spieler des BBC Osnabrück hingegen schienen durch den unverhofft schwierigen Spielbeginn und die kuriosen Unterstützer der SG Cleverns-Sandel verunsichert zu sein. So ist kaum zu leugnen, dass die Sprechchöre, Trommeln und allem voran die Einlage eines Fans, der auf der Tribünenbande meisterhaft seine einwandfreie Schwimmtechnik zur Schau stelle, einen bleibenden Eindruck hinterließen.

Die Gründe dafür, dass die Black Bulls zum Ende des ersten Viertels einem 14:18-Rückstand hinterherliefen und auch im zweiten Viertel dem Spiel nicht ihren Stempel aufdrücken konnten, waren jedoch in erster Linie auf dem Spielfeld zu finden. Hatte man zum Saisonauftakt gegen den TuS Petersfehn noch gemeinschaftlich eine hochkonzentrierte Leistung in der Defensive und beim Rebound gezeigt, verschliefen es die Osnabrücker gegen Cleverns-Sandel in regelmäßigen Abständen die Zonenpenetration ihrer Gegenspieler zu stoppen oder Second-Chance-Punkte durch Offensivrebounds der Ostfriesen zu verhindern.  Hierbei tat sich auf Seiten der SG Cleverns-Sandel insbesondere Andre Sjuts hervor, der die Osnabrücker für ihre Unaufmerksamkeiten abgezockt bestrafte und insgesamt 20 Punkte erzielte.

Dass die Black Bulls in Reichweite ihres Kontrahenten blieben war wie so oft ihrem Top-Scorer Torvoris Baker zu verdanken. Ein ums andere Mal punktete der Big Man der Osnabrücker indem er klug seine Größen- und Athletikvorteile ausspielte, zudem wiederholt Fehlwürfe seiner Mitspieler einsammelte und den Ball im Anschluss hochprozentig von eigener Hand in den Korb von Cleverns-Sandel beförderte. Unterstützung in der Offensive erhielt der ehemalige Forward der University of Detroit Mercy derweil wenig. Insgesamt 19 der 32 Punkte, die der BBC Osnabrück zur Halbzeit erzielt hatte, gingen auf das Konto von Baker.

Auch nach dem Seitenwechsel war zunächst keine Besserung für die Black Bulls in Sicht. Durch zwei erfolgreiche Dreier machte Cleverns-Sandel unmittelbar nach Wiederanpfiff deutlich, dass es sich bei der guten Leistung in der ersten Hälfte nicht um einen Zufall gehandelt hatte.  Fahrlässiges Defensiverhalten und eine unterirdische Freiwurfquote taten ihr Übriges dazu, dass die Osnabrücker zwischenzeitlich einem 37:50-Rückstand hinterherliefen. Obwohl nunmehr auch Yannik Twiehaus und Julian Gesatzky in der Offensive neben Baker Verantwortung übernommen hatten, ging der BBC bei einem Punktestand von 48:56 in das letzte Viertel.

Es sollte der Spielabschnitt werden, in dem die Black Bulls sich endgültig auf ihre Stärken besannen und an ihre hervorragende Leistung vom Saisondebüt anknüpften. Angeführt durch Baker und Yannik Twiehaus, legten die Osnabrücker beim Stand von 52:60 einen spektakulären 11:0-Run hin, der in einen furiosen Schlagabtausch zwischen den beiden Kontrahenten mündete. Als wollten die Mannschaften Inspiration für einen neuen Ostfriesland-Krimi liefern, egalisierten  die beiden Teams noch sechs Mal die Führungen ihres Gegners, bevor sich die Begegnung am Ende an der Freiwurflinie entschied. Nachdem Baker seiner Mannschaft nach einem Steal auf Höhe der Mittellinie durch einen Dunk eine 69:67-Führung erkämpft hatte, fand sich Stefan Exner im darauffolgenden Angriff mit der Chance auf den Ausgleich für Cleverns-Sandel an der Freiwurflinie wieder. Allerdings verwarf Exner beide Versuche, woraufhin der Ball in den Händen des BBC Osnabrück landete und Yannik Twiehaus von den Gastgebern ebenfalls an die Linie geschickt wurde. Nachdem auch Twiehaus beide Freiwürfe nicht verwandeln konnte, war es Center Michael Beyer-Rother, der zur rechten Zeit am rechten Ort mit nur noch wenigen Sekunden zu spielen, die Führung der Black Bulls durch einen Tip-in auf 4 Punkte erhöhte und so endgültig den Sieg Osnabrücks sicherstellte.

Während das Publikum in Jever nach 40 Minuten nun zum ersten Mal verstummte, kannte die Freude der Osnabrücker Basketballer keine Grenzen. „Eine unglaubliche Energieleistung“ konstatierte Trainer Ingo Twiehaus nach dem Spiel. „Ganz wichtig und gut für die Moral“ fügte der Vereinsvorsitzende Andreas Bühner hinzu.

Es spielten: Torvoris Baker (32 Punkte, 1 Dreier, 3/5 FT), Yannik Twiehaus (14, 4 Dreier, 0/4 FT), Julian Gesatzky (6 Punkte, 2/2 FT), David Vallo (5, 1/2 FT), Johannes Blankmann (5 Punkte, 1 Dreier, 1/1 FT), Finn Kuhlmann (4 Punkte), Michael Beyer-Rother (3 Punkte, 1/4 FT), Sam Nassery (2 Punkte), Jens Brockmüller, Jan-Luca Köster.