„Wo liegt Bad Essen?“ Diese Frage mussten die U-18-Basketballer des TuS Bad Essen in Berlin einige Male beantworten. Zum zweiten Mal in Folge hatte sich ein Team aus dem Kurort für eine Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert – zufällig wieder in der Landeshauptstadt. Trainer, Schiedsrichter und Gegner sollten sich den Verein merken, zumal auch die sportliche Leistung wieder aufhorchen ließ: Wie die U16 in der vergangenen Saison erreichte auch die U18 Rang 3. „Ich bin stolz auf die Jungs, vor allem darauf, wie sie sich im Turnierverlauf gesteigert haben“, sagte Trainer Lars Herrmann. Co-Trainer Frederik Hensel konnte die Mannschaft leider nicht begleiten.

Hektisch in der Offensive, lethargisch in der Defensive und allgemein ohne Kampfgeist: So präsentierte sich die Spielgemeinschaft Bad Essen/BBC Osnabrück in den ersten 20 Minuten gegen TuRa Harksheide (Norderstedt). 23:48 lautete der Zwischenstand. Erst als der Gegner sein überragendes Trio im letzten Viertel schonte, konnten die Niedersachsen verkürzen (48:77). Tim Weidemeyer, Marcel Hoppe und Ole Scheel erzielten 67 der 77 Punkte für den Meister aus Schleswig-Holstein. „Die Niederlage war völlig verdient. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, hat mich hingegen sehr enttäuscht“, so Herrmann.

Nicht wiederzuerkennen waren seine Schützlinge Stunden später gegen den Gastgeber und Topfavoriten Alba Berlin. Zwar wurde aus einem 11:11 (5. Minute) ein 11:23. Doch sowohl nach zehn Minuten (22:27) als auch zur Pause (30:39) blieb Bad Essen im Rennen. „Alba hatte unser erstes Spiel gesehen und nicht mit so viel Gegenwehr gerechnet“, meinte der Trainer, dessen Team bis zur 27. Minute in Schlagdistanz blieb (36:50). Unglückliche Aktionen offensiv wie defensiv führten dazu, dass die Vorentscheidung am Ende des Viertels getroffen war (38:61). Trotz der 49:83-Niederlage war Herrmann zufrieden: „Wir haben die passende Antwort auf die lustlose Vorstellung zum Auftakt gegeben.“

Der Spielmodus war Jeder gegen jeden. Wie es der Zufall wollte, entschieden die Partien am Folgetag über Platz 3 beziehungsweise Platz 1.

Beide Teams wollten das Turnier und die Saison unbedingt mit einem Sieg beenden. Die TuSler starteten gut gegen den USC Magdeburg und führten nach neun Minuten mit 25:16. In der 19. Minute betrug der Vorsprung sogar elf Zähler (38:27), zur Pause aber nur noch sieben (39:32).Nach dem Seitenwechsel gelang der erst Korb aus dem Spiel heraus erst nach acht Minuten, Magdeburg hatte zuvor auf 42:41 verkürzt. Wie schon in vielen Spielen zuvor übernahm die Spielgemeinschaft wieder die Kontrolle. Auf jeden Korb des USC hatte Bad Essen prompt die passende Antwort. Dank des 66:60-Erfolgs war Platz 3 gesichert.

„Es war ein tolles Wochenende und ein schöner Abschluss einer aufregenden Saison. Ein großes Lob an die Eltern, die uns wie gewohnt lautstark unterstützt haben“, freute sich Herrmann. 15 Angehörige hatten die Mannschaft nach Berlin begleitet – mit Abstand die größte Gruppe aller Teilnehmer.

Und noch etwas freute den Trainer: „Wir haben gezeigt, dass wir das beste Team sind. Sportlich gesehen ist Platz 3 gerechtfertigt. Aber in Sachen Miteinander und Unterstützung von der Bank haben wir allen anderen Mannschaften etwas voraus.“

“Hard Work” war das Motto und Schlachtruf vor jedem Training, in jeder Auszeit und Viertelpause. Darum der Aufdruck auf den T-Shirts.
Das rechte Bild zeigt Luca Schröder beim Freiwurf im Spiel gegen Alba Berlin (blaue Trikots).