Jahrelang waren sie Gegenspieler. In der U12 und U14 hatten sie noch um jeden Zentimeter auf dem Basketballfeld gekämpft. Seit der vergangenen Saison laufen die Talente des BBC Osnabrück und TuS Bad Essen gemeinsam auf. In der ersten Spielzeit wurden sie unter Volker Hensel und Tobias Osterbrink auf Anhieb Niedersachsenmeister in der Altersklasse U16, scheiterten bei der Norddeutschen Meisterschaft erst im Halbfinale knapp an Alba Berlin. Und auch in dieser Saison beweisen Jost Vogelpohl & Co., dass es der richtige Weg war, die Kräfte zu bündeln.

Die Spielgemeinschaft nimmt am 9. und 10. April an der U-18-Landesmeisterschaft in Wolfenbüttel teil. Der einzige Spieler im Kader, der noch in der U16 auflaufen darf, ist Jonah Wiendieck (Jahrgang 2000). Acht Talente zählen zum jüngeren U-18-Jahrgang 1999, für drei Spieler des Jahrgangs 1998 ist es die letzte Saison vor dem Seniorenbereich.

Während die Mannschaft also überwiegend zusammengeblieben ist, hat es an der Seitenlinie eine Veränderung gegeben. Lars Herrmann (28) und Frederik Hensel (21) haben die erfahrenen Hensel und Osterbrink abgelöst. Für beide Coaches ist es die erste Landesliga-Saison als Trainer. „Wir sind dankbar, dass wir das Vertrauen bekommen haben. Volker und Tobi haben die Jungs hervorragend ausgebildet und als Team zusammengeschweißt. Das erleichtert uns die Arbeit in jeder Hinsicht“, sagt Herrmann.

Dabei gleicht der bisherige Saisonverlauf einer Achterbahnfahrt. Zunächst standen drei Siege zu Buche, darunter ein 74:70-Erfolg in Hannover nach 16-Punkte-Rückstand. Der TKH war der Finalgegner in der U16. Das Rückspiel endete zwar 63:64, aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs beendete die SG die Vorrunde trotzdem auf Platz 1. „Ärgerlich war, dass Rotenburg zurückgezogen hatte, bevor wie gegen sie spielen konnten. So fehlten uns zwei Spiele Spielpraxis“, so Herrmann. Die Bilanz gegen Hannover (1:1) wurde in die Qualifikationsrunde übertragen. Nun folgten die Gegner Braunschweig, Wolfenbüttel und Göttingen.

In Braunschweig gab es zum Auftakt der Qualifikationsrunde direkt die zweite Niederlage, 79:83 hieß es am Ende – trotz 32:52-Rückstand Mitte des dritten Viertels. In Wolfenbüttel folgte dann der Tiefpunkt: 53:82, die dritte Niederlage in Folge. „Wir haben von der ersten Minute an jeglichen Kampfgeist vermissen lassen. Es war ein komplett gebrauchter Tag, und so wollten wir uns nicht noch einmal präsentieren“, erinnert sich Herrmann.

Zwei Wochen später sah es im Heimspiel gegen den gleichen Gegner zur Pause (27:43) nach der nächsten Klatsche aus. Doch die Ansprache zeigte Wirkung, ein furioses drittes Viertel (21:2) läutete die Wende ein und ermöglichte den 64:57-Sieg. „Das war sicherlich ein Schlüsselmoment in dieser Saison“, glaubt der Trainer. Denn zwei Wochen später knüpften seine Schützlinge in Göttingen an die zweite Hälfte an und bezwangen die BG mit 64:37.

Zu diesen beiden Erfolgen kamen noch zwei Siege (20:0) am grünen Tisch hinzu: Die BG Göttingen hatte zwei Termine in Bad Essen jeweils erst in der Nacht vor dem Spiel abgesagt, beim zweiten Mal protokollierten die Schiedsrichter das Nichtantreten. Braunschweig reiste einen Tag zu früh in den Kurort und sah sich nicht in der Lage, den angesetzten Termin am Folgetag wahrnehmen zu können.

Am Ende standen für Wolfenbüttel, Braunschweig und Bad Essen/Osnabrück je fünf Siege und drei Niederlagen zu Buche. Im Dreiervergleich schneidet Wolfenbüttel am besten ab, gefolgt von der SG und Braunschweig. „Mit der Qualifikation haben wir unser Mindestziel erreicht. Damit geben wir uns aber noch nicht zufrieden. Die Erfahrungen, die wir im Saisonverlauf auch durch die Niederlagen gemacht haben, werden uns bei diesem Turnier helfen“, ist sich der Trainer sicher.

Bei der Landesmeisterschaft treffen die hiesigen Korbjäger in der Gruppenphase auf Quakenbrück (12:0) und Logabirum (8:4).